Dipl.-Psychologe Gunter König
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KönigsCoachings-Informationen für die Firmenwelt Nr.6   Sept. 2007

Die monatlichen Impulse auf einem Blatt


Probleme im Unternehmen und in der Abteilung erfolgreich lösen -

Wie Sie Herausforderungen gemeinsam lösen



Kennen Sie das …?

- Mitarbeiter fühlen sich nicht ausreichend informiert und erhalten keine Rückmeldung
  zu ihrer Leistung.
- Ein Mitarbeiter macht viele Überstunden und auf seinem Schreibtisch stapeln sich die Akten.
  Er scheint mit seinen Aufgaben nicht zurechtzukommen.
- Mit spitzen Bemerkungen wird eine Mitarbeiterin immer wieder herabgesetzt. Sie kann es
  keinem recht machen.
- Ein Mitarbeiter klagt über Kollegen: "Mit denen kann man nicht richtig zusammenarbeiten.
  Jedes Mal gibt es Schwierigkeiten!"
- Der Krankenstand ist höher als in anderen Abteilungen.
- Der Mitarbeiter, der mit der Aufgabe letztlich betraut ist, wird nicht zur anstehenden
  Besprechung eingeladen.
- Die Ergebnisse eines Mitarbeiters zählen nicht, nur die Anwesenheitszeit.
- Gute Leistungen der Mitarbeiter werden ignoriert.
- Eine Führungskraft hat eine falsche Entscheidung gefällt und um das nicht eingestehen
  zu müssen, werden gute Ideen der Mitarbeiter nicht weitergegeben.


Wie gehen Sie damit um?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie man mit Problemen wie diesen umgehen kann.
Die einen meinen: "Die wachsen sich aus!" und versuchen, die anstehenden Heraus-
forderungen auszusitzen. Andere setzen diese Angelegenheit gern auf Wiedervorlage.

Die gute Führungskraft weicht nicht aus, sie geht auf das Problem zu und sucht eine Lösung!


Wie entsteht ein Problem?

Probleme entstehen durch
- unklare Auftragserteilung, z. B. widersprüchliche Anforderungen an die Ergebnisse,
- Unfähigkeit, z. B. ein Mitarbeiter ist für diese Aufgabe fehlbesetzt,
- unklare Arbeitsplatzbeschreibung,
- Termindruck, z. B. personelle oder finanzielle Ressourcen stehen im Missverhältnis
  zu Auftrag und Planung,
- mangelnde Fehlerfreundlichkeit, z. B. wenn das Unternehmensklima sich nur an Leistung
  orientiert,
- Frust,
- unklare Zuständigkeiten,
- fehlendes Vorbild oder
- unterschiedliche Werte und Interessen.

Starten, nicht warten!

Die fünf Schritte zur Problemlösung:

1. Schritt: Selbsterkenntnis
2. Schritt: Wirkfaktoren identifizieren
3. Schritt: Verantwortliche an einen Tisch einladen
4. Schritt: Das Ziel formulieren
5. Schritt: Nach passenden Lösungsmöglichkeiten suchen

Wenn Sie starten, beginnen Sie unbedingt mit einer Selbstreflexion.
Dazu stellen Sie sich einige hinführende Fragen:

- Wie ist das Klima in meiner Abteilung?
- Können wir alle locker und ohne Einschränkungen miteinander umgehen und sprechen?
- Gibt es da und dort die einen oder anderen offenen bzw. schwelenden Vorbehalte?
- Können wir unsere Meinungsverschiedenheiten fair und offen austragen?
- Haben wir Freiraum für Arbeitsfreude und Kreativität?
- Ist es ein Problem der Führungskraft, des Mitarbeiters, der Abteilungsstruktur,
  des Arbeitsflusses, der Kommunikation, des Betriebsklimas oder der Kooperation
  der Mitarbeiter untereinander?
- Wer hat Einfluss auf das Problem?

Sind Sie auch bereit zu der Erkenntnis: "Ich bin das Problem."?

Ein Problem ist kein lästiges Ereignis, sondern eine Gelegenheit zu zeigen, was wir
miteinander leisten können. Um alle Perspektiven zur Geltung kommen zu lassen,
arbeite ich gern mit Inszenario®, einem systemischen Visualisierungs­Handwerkszeug.
Ich empfehle folgendes Vorgehen, orientiert an de Bonos sechs Hüten: Die sechs Figuren
liegen in den Farben Rot, Schwarz, Grün, Blau, Gelb und Weiß sichtbar auf dem Tisch.
Wenn einer der Gesprächsteilnehmer sprechen will, nimmt er sich eine Figur, in der Farbe
abgestimmt auf die Bedeutung. Alle wissen: "Aha, das kommt aus dieser Ecke."
Ein anderes Gruppenmitglied nimmt sich eine andere Figur und nimmt den entsprechenden
Standpunkt ein. Damit wird gewährleistet, dass mehr denkbare Sichtweisen zu ihrem
Recht kommen. Folgende Bedeutungen sind den Farben der Figuren zugeordnet:

Die rote Figur
Rot steht für Feuer, Wärme und Aktivität. Entsprechend hat die rote Figur etwas
mit Empfindungen, Gefühlen und Intuition zu tun.

Die schwarze Figur
Schwarz lässt an Schwarzsehen denken. Entsprechend steht die schwarze Figur für
Vorsicht. Sie macht uns auf mögliche Risiken und Gefahren aufmerksam. Schwarzmalerei,
Nörgelei und destruktive Kritik sind hier erlaubt.

Die grüne Figur
Die Farbe Grün lässt an Wachstum denken, an Wandel, Energie und Leben.
Die grüne Figur ist die Figur der Kraft, Bewegung, Energie und Kreativität.
Sie entwickeln neue Ideen und Alternativen.

Die blaue Figur
Blau ist eine Farbe, die gern mit Ruhe und Klarheit gekoppelt wird. Die blaue Figur
steht für die kritische Betrachtung des eigenen Denkens. Sie ergreifen Blau, wenn Ihnen
zwischendurch die Struktur fehlt. Hier dreht es sich um die übergeordnete Gesamtsicht
einer Situation.

Die gelbe Figur
Die Farbe Gelb lässt an Sonnenschein und Zuversicht denken. Wenn wir zur gelben
Figur greifen, versuchen wir ganz direkt, die Vorzüge und Nutzen einer Situation zu sehen.

Die weiße Figur:
Weiß ist der Ausdruck für Neutralität. Die weiße Figur ist Symbol für "reines" Denken
in Fakten, Tatsachen, Nachweisbarem, Zahlen und reinen Informationsdaten.


Präventive Hinweise zum Umgang mit Problemen:

Mit Mitarbeitern wird regelmäßig gesprochen!
Die Mitarbeiter werden motiviert, gefördert und gefordert!
Die Führungskraft weiß, wie sie gute Stimmung verursacht und diese hält!

Quelle: "Themenbrief Mitarbeiterführung, Ausgabe 09/07, Forum Verlag Herkert GmbH"

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